H-Jolle 2035 Heizkörper Lars Hückstädt / Fabian Gernhardt

Die H-Jolle



Die H-Jolle ist die schnellste Jolle, die aktive Klassenregatten und Meisterschaften aussegelt. Durch ihre enorme Größe von 6,20 Metern und einer vergleichbar großen Segelfläche ergibt sich die realistische Yardstickzahl 92.

Schiffe mit einem Wert unter 100 gelten allgemein als Schnell. Die H-Jolle übertrumpft dieses und kann sogar mit größeren Yachten mithalten.

Durch die große Genua (1-3) wird die vermessene Quadratmeterzahl von 15 schon fast durch die Genua alleine (13 qm) überschritten. Der Spinnaker, ein buntes Vorwindsegel, hat eine unglaubliche Fläche von 36 qm. Dieser wird ohne Winchen aus der Hand gefahren. Im Vergleich dazu hat der bekannte Pirat eine Spinnakerfläche von 10 qm!

Um dieser Segelfläche entgegenzuhalten dürfen die Vorschoter ein Trapez benutzen. 

Die H-Jolle ist eine Konstruktionsklasse. Das heißt, es müssen nur maximale Eckdaten für den Bau der Schiffe eingehalten werden. Dadurch konnte sich die hochmoderne Form der aktuellen Regatta H-Jollen entwickeln. Alles was in den Regeln nicht ausdrücklich verboten ist, gilt als erlaubt. Dadurch werden moderne Boote mit Kohlefaser Masten und Rümpfen gebaut.

Da das Mindestgewicht der Jolle 190 Kg betragen muss, gibt es keine Extremkonstruktionen. Die Schiffe sind oft nach 10 Jahren hartem Regattaeinsatz noch voll Konkurenzfähig und haben Chancen auf den Meistertitel.

Trotz der enormen Geschwindigkeit und der großen Segelfläche finden sich kaum Hochleistungssportler in der Klasse. Mit Übung sind die Schiffe verhältnismäßig einfach zu segeln und selbst Steuerleute weit über 60 Jahren ersegeln in der Klasse gute platzierungen.

Die Leistungsdichte kann am besten durch das Beispiel der Deutschen Meisterschaft 2008 aufgezeigt werden. Hier wurden 8 Wettfahrten gesegelt, wobei in 5 Wettfahrten ein jeweils anderes Team auf dem Podium stand.

 

www.h-jolle.net

Bericht DM 2009

H-Jolle DM 2009 Ulf Burmeister / Lars Hückstädt
H-Jolle DM 2009 Ulf Burmeister / Lars Hückstädt

DM 2009



Eine absolut tolle Woche mit guten Segelbedingungen und schönem Rahmenprogramm ging am Samstag den 1. August mit der Meisterfeier zu Ende.

Aber von Anfang an: Nach der stressigen Anfahrt in unsere Bundeshauptstadt am Sonntagabend wurde jeglicher Ärger über Fahrt auf der Autobahn durch einen freundlichen Herrn am Eingang des Segler-Vereins Stössensee vertrieben. Herr … (?) (Hafenmeister)hat mir sehr freundlich einen Platz für unser Boot zugewiesen und auch für den Sprinter war auf der überschaubaren Grünfläche des Vereins noch genug Platz. Herr .. (Hafenmeister) hat sich die ganze Woche meisterhaft um die Stellplätze für uns Segler gekümmert und mit Ruhe den geringen Platz perfekt ausgenutzt.  Da können sich viele Vereine was abgucken. Es geht also auch ohne viel Ärger.

Am morgen zum Seenkampf der H-Jollen und zum Höppner Preis der 16 Jollen Kreuzer haben wir Segler dann zum ersten Mal das Team um Wettfahrtleiter (?) kennengelernt. Viele der freundlichen Mitglieder haben uns verschlafene Segler auf dem Weg zur Dusche schon mit einem fröhlichen „Guten Morgen“  die gute Laune von der Anreise nicht vergehen lassen (manche der verschlafenen Segler hatten evtl. ein oder zwei Caipis am Vorabend zu viel oder zu  wenig genossen). Nach dem Frühstück im Nachbarverein, dem Klub am Ruppenhorn, ging der knapp einstündige Schlepp zur Regattabahn los. Dieses klappte auch perfekt (wir waren ja alle noch im Training von der Deutschen Meisterschaft in Ratzeburg).

Der Wettfahrtleiter und sein Team hatten  im Voraus schon die Bahn auf dem Wannsee aufgebaut.  Die 13 gemeldeten H-Jollen haben dann  2 Wettfahrten mit den 16er Jollenkreuzer gesegelt. Dass ein Großteil der Segler bei der ersten Wettfahrt noch Up-and-Down mehr segeln wollte, lag in diesem Fall nicht an der Wettfahrtleitung, wie die betreffenden Segler später zugegeben haben. Ulf und mich hat das weniger gestört, weil wir dadurch einen Sieg einfahren konnten.  Dies sollte allerdings nicht das einzige mal bleiben, dass der Kurs falsch interpretiert wurde. Am Dienstag wurde dann noch eine weitere Wettfahrt bei sehr drehenden Winden gesegelt. Die Wettfahrtleitung hat ihr Können auch mit dem Abbruch eines Startversuchs und Kreuz gezeigt, was zwar auf dem Wasser für die ersten unangenehm letztlich  aber die richtige Entscheidung war. Wilfried Schomäker hat mit seinem „neuen“ Vorschoter Jakob Schneider gewonnen, Werner Amand wurde mit Jens Preive zweiter und … ? (wo sind die Ergebnisslisten?)

Die Meisterschaft ging dann mit perfekten H-Jollen- Bedingungen zwischen 2 und 4 Windstärken los. Es wurden auf dem Wannsee 3 Wettfahrten bei Sonnenschein und „Karibik-Bedingungen“ gesegelt. Nach dem ersten Tag der DM hat Florian Stock mit 2 ersten Plätzen und einem 5. Platz die Tageswertung vor Werner Amand und Ulf Burmeister angeführt.

Der Grillabend im SVST war dann auch sehr nett und die gute Stimmung schwappte wohl auf alle über. Es hat uns viel Spaß gemacht, da wir alle das Gefühl hatten im Verein Willkommen zu sein, und die Mitglieder  uns sehr nett aufgenommen haben. Hier gilt der Dank auch Gerd Matznick, der selbst viel Herzblut in diese Veranstaltung hat einfließen lassen.

Der 2. Regattatag  war dann für uns alle interessant. Unsere Jolle hat nicht nur einen Bericht auf dem bekannten Online Magazin „Sailing Anarchy“ bekommen und es wurden nicht nur spektakuläre Bilder von Sören Hesse gemacht und im Internet veröffentlich – wir wurden auch tatsächlich alle hart ran genommen: Nach dem Schlepp haben wir - wie sich später raustellte - zu recht eine Stunde auf den Wind gewartet und  als er kam, war auch richtig Druck in der Luft. Die Windbedingungen auf dem Berliner Revier haben dann allerdings doch einige Kenterungen gekostet. Wir können zwar bei Wind segeln, aber starker Wind um die 6 Beaufort, der dreht und ab und zu um 2 Windstärken abnimmt, machte manchen Crews doch Probleme. U.a. dem Admiral (Jan Thoms mit Nicolas Backfisch) und Ulf Burmeister mit mir an der Vorschot hat es hart getroffen und die  Parallelkenterung unter Spinnaker war dann auch schon am nächsten Tag auf Sailinganachry.de zu finden.  Allerdings zeigt das besagte Online-Magazin auch, dass H-Jollen nicht nur umkippen. Das haben auf dem Foto Otto (Christian Stock) und Sören Nettelbeck unter Beweis gestellt.

Der viele Wind führte leider auch zu Bruch, so dass in den Ergebnislisten viele „DNF“ zu finden sind. Es kam teilweise sogar zu größeren Schäden.

Wie bereits berichtet, haben wir in der Vorregatta einen Sieg ersegelt, da unsere Segelfreunde nicht richtig gelesen hatten.  Sowas passiert doch höchstens einmal! Aber nein! Diesmal war den Seglern der Kurs anscheinend zu lang und die ersten 5 Boote segelten einfach zu früh ins Ziel. Und wieder durften wir uns über eine bessere Platzierung freuen. Allerdings hatten auch wir nicht nur Glück und sind auch in diesem Rennen an der Luvtonne an guter Position umgekippt….

Florian Stock und Seppel (Tobias Barthel) führten auch nach diesem Renntag die Wertung an und haben bewiesen, dass sie und ihr schönes Kohlefaserschiff auch bei viel Wind beeindruckend schnell und souverän segeln. Aber vor allem Wilfried Schomäker war mit zwei ersten Plätzen und einem zweiten Platz Flori auf den Fersen. Er hat außerdem beindruckend gezeigt, dass man mit etwas Glück und viel Geschick und Erfahrung trotz einer Kenterung einen Lauf gewinnen kann.  Otto (Christian) Stock hat sich nach einem schweren Start auch wieder nach vorne gearbeitet und hat in der Tageswertung den 3. Platz belegt.

Obwohl wir alle müde waren ging es anschließend noch in den Nachbarclub am Ruppenhorn zum Grillen. Dann wurden noch ein oder zwei Caipis in der Bar getrunken, bevor alle mehr oder weniger früh ins Bett gestolpert sind.

Nach diesem harten Regattatag haben auch wir uns überlegt, eine etwas kleinere Fock mit auf das Hilfsboot der Wettfahrtleitung „Caro-Liner“ zu geben. Wie es aber immer so ist, alles was man dabei hat, braucht man sowieso nicht -  es fanden leider keine Wettfahrten statt. Der Wettfahrtleiter hat vergebens nach konstantem Wind gesucht, der leider den ganzen Tag nicht eingesetzt hat. Nach kurzen Trimmschlägen auf dem Wannsee haben wir es dann für sinnvoller gehalten, ein Beruhigungsbier im Berliner Yacht Club zu trinken, wohin  uns auch einige Mannschaften folgten.  Es war also Glück für mich, dass mein Skipper Ulf die Berliner Reviere gut kennt und er ohne großes Nachdenken die nächste gute Bar ausgemacht hat. Auch wenn es ein toller Tag war um draußen zu sein kam uns die gekühlte Bar doch gelegen. Zum Glück haben wir unseren Chefvermesser Bischof mit dem ARV Gummiboot dabei gehabt, sonst wären wir wohl nicht nach Hause gekommen (Schlepp verpasst). 

Die anschließende Pasta-Party war auch sehr gut besucht, auch wenn wir nicht gesegelt sind, Hunger hatten wir alle. Und Durst natürlich auch. Der Verein ist allerdings mit unseren leeren Mägen und Lebern sehr gut klar gekommen und wir haben dann noch eine schöne Feier gehabt.

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